BERICHT STIFTUNGSAKTIVITÄTEN 2010

Stiftungsarbeit 2010

Arbeitsweise
Wir sind immer noch eine der wenigen Institutionen, die schwache und oder gefährdete Jugendliche nicht nur vermitteln, sonder – wie vor allem von Ausbildungsverantwortlichen in KMU gewünscht und geschätzt – auch während der Ausbildung betreuen. Die in den vergangenen Jahren entwickelte Arbeitsweise hat sich bewährt und wird daher im Grundsatz weitergeführt. Die Verstärkung der Betreuung durch Lehrkräfte der Oberstufe und durch die Berufsberatungsstellen im Rahmen des «Case Management» hat aber eine gewisse Verlagerung von der Betreuung bei der Suche nach einer Lehrstelle zur Betreuung während der Ausbildung zur Folge.

Veränderungen im Team
Seit Beginn der Tätigkeit von ‹Die Chance› hat Hans Heeb neben dem Leiter das Profil und die Aktivitäten massgeblich geprägt. Dank seiner reichen beruflichen Erfahrung und dank seinem Netzwerk konnte er einer grossen Zahl von Jugendlichen für den Start ins Berufsleben Chancen geben. Seine Verdienste wurden im letzten Jahresbericht gewürdigt und verdankt. An Stelle von Hans Heeb wurde mit Jean-Pierre Dällenbach jemand gewählt, der dank seiner Lehrtätigkeit auf allen Stufen, zuletzt im Brückenangebot (früher 10. Schuljahr) beste Voraussetzungen für die Tätigkeit bei ‹Die Chance› mitbringt. Während einer gewissen Zeit stand ihm Hans Heeb im Rahmen eines 10% Pensums noch zur Seite.

Dank der zusätzlichen Unterstützung der neuen Gönner und Stiftungen kann ‹Die Chance› ihre Tätigkeit auf die Kantone Graubünden und Glarus ausdehnen. Im Kanton Graubünden ist seit Sommer 2010 Stefan Wiestner tätig. Er betreute das Case Management im Berufsbildungsamt des Kantons. Sein Wechsel zu ‹Die Chance› erfolgt deshalb, weil er Jugendliche nicht nur bei der Wahl der Lehrstelle, sondern auch während der Ausbildung betreuen möchte. Der Vorsteher des Bildungsdepartementes hat sich gegenüber dem Geschäftsführer und dem Leiter zur Zusammenarbeit mit ‹Die Chance› sehr positiv geäussert.

Was die Tätigkeit im Kanton Glarus betrifft, so konnten sich der Geschäftsführer und der Leiter mit der Vorsteherin des Departementes Bildung und Kultur sehr gut verständigen und Vorschläge zur Begleitung von Jugendlichen vorbringen. Im Berichtsjahr wurde in der Person von Kurt Annen ein Mitarbeiter gefunden, der im Kanton sehr gut vernetzt ist. Dank seiner bisherigen Tätigkeit als Leiter der Werkjahres bringt er beste Voraussetzung für die Arbeit bei ‹Die Chance› mit. Er wird ab März 2011 im Team mitarbeiten.

Betreuung
Das Team war im Berichtsjahr überaus gut ausgelastet. Die Zahl der betreuten Jugendlichen bewegte sich im Rahmen des Vorjahres (Statistik Seite 14/15). Erfreulicherweise konnten die Vorgaben (80% erfolgreiche Ausbildungsabschlüsse und 90% der Betreuten finden eine Anstellung) wiederum übertroffen werden.

In den früheren Jahren lag das Schwergewicht der Arbeit des Teams bei Jugendlichen, die Schwierigkeiten bei der Lehrstellensuche hatten. Der in den letzten Jahren festgestellte Trend hat sich fortgesetzt, wonach immer mehr Jugendliche, die einen Lehrabbruch erlebt haben oder denen ein solcher angedroht wurde, sich bei ‹Die Chance› melden oder durch Lehrbetrieb oder Berufsbildungsamt gemeldet werden. Die Betreuung dieser Jugendlichen ist in der Regel intensiver. Umso wichtiger ist, dass Betreute, deren Situation sich verbessert und die wieder über genügend Eigenmotivation verfügen, aus der Betreuung entlassen werden können. Die Statistik (Seiten 14/15) zeigt, dass es sich dabei um eine erfreulich grosse Zahl handelt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Teams schildern in ihren Berichten Betreuungsfälle aus dem Berichtsjahr.

Im Rahmen der Weiterbildung besuchten mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ‹Die Chance› externe Kurse.

Case Management und ‹Die Chance›
Unter diesem Stichwort hat das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) ein Programm gestartet, wonach bereits in der Oberstufe der Volksschule Jugendliche identifiziert werden sollen, die voraussichtlich Probleme bei der Lehrstellensuche haben. Diese Jugendlichen sollen durch geeignete Personen besonders betreut werden. Die Kantone wurden eingeladen Programme für dieses Case Management zu entwickeln. Einzelne Kantone haben ‹Die Chance› angefragt, ob wir bereit wären, die neuen Aufgaben gegen entsprechende Entschädigung zu übernehmen. Der Stiftungsrat hat nach eingehender Diskussion darauf verzichtet. Er legt Wert darauf, dass ‹Die Chance› ihre Tätigkeit weiterhin ohne staatliche Mittel in voller Unabhängigkeit leisten kann. Allerdings ist er gerne bereit, bei der Ausarbeitung von Programmen die Erfahrungen seiner Mitarbeiter einfliessen zu lassen. So arbeitet der Leiter im Pilotteam des Kantons St.Gallen zum Case Management mit. In andern Kantonen war er beratend tätig. Zudem weisen die kantonalen Stellen ‹Die Chance› immer wieder Jugendliche zu, die besonders betreut werden müssen. Der Leiter entscheidet dann nach unseren Kriterien über die Aufnahme in unsere Betreuung.

Öffentlichkeitsarbeit
Auch im Berichtsjahr konnten der Leiter und Mitglieder des Teams wiederum bei verschiedenen Institutionen über die Arbeit von ‹Die Chance› orientieren:

- BLB und Soziale Dienste Appenzell Ausserrhoden
- SIGA (Sarganserländer Industrie- und Gewerbeausstellung)
- Verschiedene Rotary Clubs
- Kader des Bildungsdepartementes Graubünden
- Berufsinspektoren des Kantons Graubünden
- Berufs- und Laufbahnberatung Thusis
- Berufs- und Laufbahnberatung Sarganserland
- Berufs- und Laufbahnberatung Rheintal, Altstätten
- Rheintaler Arbeitsgruppe Schule und Wirtschaft, Widnau
- Gewerbeverein Amriswil
- Regierungsrat Lardi und Mitarbeiter, GR
- Regierungsrätin Bickel und Schulleiterein SZA, GL

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Crédit Suisse AG wird die Arbeit von ‹Die Chance› durch ein Team der Fachhochschule Nordwestschweiz evaluiert. Wir erhoffen uns daraus Anregungen für die künftige Tätigkeit. Die Chance erwartet weitere Anregungen auch aus dem Forschungsprojekt «Strategies for Impact in Education», welches die Universitäten Heidelberg und Basel durchführen.

Finanzen
Der Stiftungsrat befasste sich intensiv mit den finanziellen Aussichten der Stiftung. Zu Beginn des Berichtsjahres betrug das Stiftungskapital noch 1.4 Millionen Fr. Dank verschiedenen festen Zusagen für Zuwendungen wäre damit bei einem gleichbleibenden jährlichen Aufwand die Tätigkeit für etwa drei Jahre gesichert gewesen. Nach dem Entscheid weiterhin auf bezahlte Aufträge der Kantone zu verzichten, war es deshalb notwendig anderweitig finanzielle Mittel zu beschaffen. Glücklicherweise waren verschiedene Persönlichkeiten und Institutionen bereit, unsere Arbeit zu unterstützen. Die bereits erwähnte Unterstützung der zusätzlichen Institutionen und Stiftungen ermöglichte sogar einen Ausbau der Tätigkeit in den Kantonen Glarus und Graubünden.

Der Aufwand für die Projektarbeit im Jahre 2010 beträgt 886‘500 Fr. Dank den Zuwendungen im Berichtsjahr im Betrag von 1‘514‘000 Fr. konnte überdies das Stiftungsvermögen auf gut 2 Millionen Fr. geäufnet werden.

Wir sind allen, die uns im Berichtsjahr unterstützt haben für ihre Beiträge dankbar.

Grössere Zuwendungen erhielten wir von folgenden Persönlichkeiten und Institutionen:

- AVINA Stiftung, Hurden
- CRÉDIT SUISSE AG, Zürich
- Dr. Fred Styger Stiftung, Herisau
- Dr. Gustav Tobler, St.Gallen
- Dr. Markus Rauh, Mörschwil
- Ernst Göhner Stiftung, Zug
- Fredy & Regula Lienhard-Stiftung, Niederteufen
- Hans Huber, Appenzell
- Hans und Wilma Stutz Stiftung, Herisau
- MBF Foundation, Triesen FL
- Steinegg Stiftung, Herisau
- Sulzer Mixpac AG, Haag
- Teamco Foundation Schweiz, Niederurnen